Die
Ordnung
für die
Verwaltung
des Heiligen Abendmahles
oder der
Communion.
¶ Wenn der Geistliche weiß, daß unter denen, welche zur Theilnahme am Heiligen Abendmahle kommen, Jemand ist, der öffentlich ein ruchloses Leben führt, oder seinem Nächsten in Wort oder That Unrecht zugefügt hat, so daß er der Gemeinde zum Ärgerniß gereicht; so soll er ihm kundthun, daß er sich nicht erkühne, zum Tisch des Herrn zu kommen, bis er öffentlich bekannt hat, daß es ihm leid thue, und er sein voriges böses Leben zu bessern gedenke, auf daß der Gemeinde damit Genüge geleistet werde; daß er auch Ersatz geleistet habe denen, welchen er Unrecht oder Schaden gethan hat, oder zum mindesten erkläre, daß es sein fester Vorsatz sei, dieses sobald als möglich zu thun.
¶ Dasselbe Verfahren soll der Geistliche bei denjenigen anwenden, an welchen er gewahr wird, daß Haß und Bosheit zwischen ihnen herrscht. Er soll ihnen nicht erlauben zum Tisch des Herrn zu kommen, bis er weiß, daß sie sich ausgesöhnt haben. Und wenn einer von denen, welche so im Streit liegen, willens ist, vom Grunde seines Herzens alles zu vergeben, was der Andre gegen ihn gefehlt hat, und auch an seinem Theile Ersatz zu leisten für das, was er selbst verschuldet hat; der andere Theil dagegen sich nicht zu einer gottseligen Vereinbarung überreden lassen will, sondern in seiner Widerspänstigkeit und Bosheit verharret: dann soll der Geistliche den Reuigen zum Heiligen Abendmahle zulassen, nicht aber den Halsstarrigen. Doch ist hierbei vorausgesetzt, daß jeder Geistliche, welcher nach diesen Bestimmungen Jemanden vom Heiligen Abendmahle zurückweist, dem Bischof spätestens binnen vierzehn Tagen einen Bericht über den betreffenden Fall einzureichen hat.
¶
Der Tisch soll zur Feier des Heiligen Abendmahles mit einem reinen, weißen
Leintuche bedeckt sein, und entweder im Schiff oder Chor der Kirche stehn.
Und der Geistliche steht an der rechten Seite des Tisches, oder da wo
das Morgen- und Abend-Gebet gelesen wird, und betet, während die
Gemeinde kniet, das Gebet des Herrn und die folgende Collekte. Doch kann
das Vater Unser hier ausgelassen werden, wenn das Morgen~Gebet unmittelbar
vorhergegangen ist.
Vater
unser,
der Du bist im Himmel: Geheiliget werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein
Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Unser täglich
Brod gieb uns heute; und vergieb uns unsere Schulden, wie wir vergeben
unsern Schuldigern; Und führe uns nicht in Versuchung, Sondern erlöse
uns von dem Übel. Amen.
Die Collekte.
Allmächtiger Gott, dem alle Herzen offenbar, alle Begehren kund, und vor dem keine Geheimnisse verborgen sind: Reinige die Gedanken unserer Herzen durch die Eingebung Deines Heiligen Geistes, daß wir Dich völlig lieben und Deinen heiligen Namen würdig erheben mögen; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.
¶ Dann soll der Geistliche, zur Gemeinde gewandt, mit deutlicher Stimme die Zehn Gebote verlesen, und die Gemeinde, auf den Knien bleibend, nach jedem Gebote Gott um Vergebung früherer Übertretungen und um Gnade zur künftigen Erfüllung des Gesetzes anflehen.
¶
Wenn in einer Kirche an einem und demselben Tage das Heilige Abendmahl
mehr als einmal gefeiert wird, so dürfen die Zehn Gebote bei der
Früh~Communion ausgelassen werden, vorausgesetzt, daß das ganze
Amt an dem betreffenden Tage einmal verwaltet werde. Läßt man
aber die Zehn Gebote weg, so soll dennoch die Summa des Gesetzes, mit
den Worten: „Höret, was unser Herr Jesus Christus spricht,”
anfangend, gelesen werden.
Geistlicher:
Gott
redete diese Worte und sprach: Ich bin der Herr, dein Gott: du sollst
keine andern Götter haben neben mir.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und neige unsre Herzen zu halten dies Gebot.
Geistl.: Du sollst
dir kein Bildniß, noch irgend ein Gleichniß machen, weder
deß, das oben im Himmel, noch deß, das unten auf Erden, oder
deß, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene
ihnen nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der
da heimsuchet der Väter Missethat an den Kindern bis in das dritte
und vierte Glied, die mich hassen; und thue Barmherzigkeit an vielen Tausenden,
die mich lieb haben und meine Gebote halten.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und neige unsre Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Du sollst
den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der
Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbrauchet.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und neige unsre Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Gedenke
des Sabbathtages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten,
und alle deine Dinge beschicken; aber am siebenten Tage ist der Sabbath
des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk thun, noch dein Sohn,
noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh,
noch dein Fremdling, der in deinen Thoren ist. Denn in Sechs Tagen hat
der Herr Himmel und Erde gemacht, und das Meer, und Alles, was darinnen
ist; und ruhete am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbathtag
und heiligte ihn.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und neige unsre Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Du sollst
deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest im
Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und neige unsre Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Du sollst
nicht tödten.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und neige unsre Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Du sollst
nicht ehebrechen.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und neige unsre Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Du sollst
nicht stehlen.
Gem.:
Herr, erbarm Dich über uns, und neige unsre
Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Du sollst
kein falsches Zeugniß reden wider deinen Nächsten.
Gem.: Herr,
erbarm Dich über uns, und neige unsre Herzen, zu halten dies Gebot.
Geistl.: Laß
dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses; laß dich nicht
gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes, noch
seiner Magd, noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch Alles, was dein
Nächster hat.
Gem.: Herr, erbarm
Dich über uns, und schreibe diese Deine Gebote in unsre Herzen,
wir bitten Dich.
¶
Dann mag der Geistliche sagen
Höret auch, was unser Herr Jesus Christus spricht:
Du sollst lieben Gott, Deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zween Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten.
Lasset uns beten:
O allmächtiger Herr und ewiger Gott, wir bitten Dich, Du wollest beides unsere Herzen und Leiber also lenken, heiligen und regieren, und in den Wegen Deines Gesetzes und der Uebung Deiner Gebote erhalten, daß wir unter Deinem allmächtigen Schutz mögen bewahrt bleiben an Leib und Seele jetzt und allezeit; durch Jesum Christum unsern Herrn und Heiland. Amen.
¶ Dann soll die Collekte des Tages gebetet werden, Und unmittelbar nach der Collekte liest der Geistliche die Epistel, indem er Spricht : „Die Epistel (oder: Der an Stelle der Epistel bestimmte Abschnitt der Heiligen Schrift) stehet geschrieben in dem —— Kapitel des —— wo sie beim —— Verse also beginnt.” Nach der Verlesung Spricht er: „Hier endet die Epistel.” Darauf erhebt Sich die Gemeinde, und der Geistliche verliest das Evangelium, indem er spricht: „Das heilige Evangelium stehet geschrieben im —— Kapitel des —— wo es beim —— Verse also beginnt.”
¶ Hier wird gesprochen oder gesungen:
Ehre sei Dir, o Gott.
¶
Dann soll daß Glaubensbekenntniß, welches gewöhnlich
das Nicäische genannt wird, oder aber dss Apostolische
gesprochen werden. Doch darf das Glaubensbekenntniß ausgelassen
werden, wenn es unmittelbar vorher im Morgen-Gebet gesprochen worden ist.
Jedenfalls aber muß das Nicäische Glaubensbekenntniß
Weihnachten, Ostern, Himmelfahrt, Pfingsten und am Trinitatis-Sonntage
gesprochen werden.
Ich
glaube
an Einen Gott, den Allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und
der Erden, und aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.
Und an Einen Herrn Jesum Christum, den eingeborenen
Sohn Gottes, gezeugt aus dem Vater vor allen Zeiten, Gott von Gott, Licht
von Licht, wahrer Gott von wahrem Gott, geboren, nicht geschaffen, Eines
Wesens mit dem Vater, durch welchen alle Dinge gemacht sind; der um uns
Menschen und unsrer Seligkeit willen vom Himmel gekommen und Fleisch geworden
ist vom Heiligen Geiste, aus Maria der Jungfrau, und Mensch geworden;
auch gekreuzigt wurde für uns unter Pontio Pilato, und gelitten
hat und begraben wurde; auferstanden am dritten Tage nach der Schrift,
aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters; und wird wiederkommen
mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten; des Reich
kein Ende haben wird.
Und ich glaube an den Heiligen Geist, den Herrn, der
da lebendig macht, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, der mit dem
Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlicht wird, der durch
die Propheten geredet hat. Ich glaube an Eine heilige, allgemeine, apostolische
Kirche. Ich bekenne Eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und warte
auf die Auferstehung der Todten, und das Leben der zukünftigen
Welt. Amen.
¶ Dann soll der Geistliche der Gemeinde ankündigen, welche Feiertage oder Fasttage während der folgenden Woche zu beobachten sind auch (wenn Veranlassung dazu da ist) die Communion anzeigen, und die Aufgebote sowie andere Angelegenheiten abkündigen.
¶
Hierauf soll die Predigt folgen. Nach derselben soll der Geistliche, wenn
die Feier des Heiligen Abendmahles stattfindet, sich wieder zum Tisch
des Herrn begeben, und das Offertorium eröffnen, indem er, nach Gutdünken,
eine oder mehrere der folgenden Bibelstellen liest. Diese Bibelstellen
können auch bei irgend welcher Gelegenheit im öffentlichen Gottesdienste
gebraucht werden, wenn die Opfer der Gemeinde gesammelt werden.
Gedenket
der Worte des Herrn Jesu als er sagte: Geben ist seliger denn Nehmen.
Apostelgesch. 20, 35.
Lasset euer
Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen, und
euren Vater im Himmel preisen. Matth. 5, 16.
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden,
da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nach graben
und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten
noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nach graben noch Stehlen. Matth.
6, 19. 20.
Alles nun, das ihr wollet, daß euch die Leute
thun sollen, das thut ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten.
Matth. 7, 12.
Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!
in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im
Himmel. Matth. 7, 21.
Zachäus trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe,
Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich
Jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Luc.
19, 8.
Welcher ziehet jemals in den Krieg auf seinen eigenen
Sold? Welcher pflanzet einen Weinberg, und isset nicht von seiner Frucht?
Oder welcher weidet eine Heerde, und isset nicht von der Milch der Heerde?
1. Cor. 9, 7.
So wir euch das Geistliche säen, ist es ein großes
Ding, ob wir euer Leibliches ernten? 1. Cor.
9, 11.
Wisset ihr nicht, daß die da opfern, essen vom
Opfer, und die des Altars pflegen, genießen des Altars? Also hat
auch der Herr befohlen, daß, die das Evangelium verkündigen,
sollen sich vom Evangelio nähren. 1.
Cor. 9, 13. 14.
Wer da kärglich säet, der wird auch kärglich
ernten; und wer da säet im Segen, der wird auch ernten im Segen.
Ein Jeglicher nach seiner Willkür, nicht mit Unwillen, oder aus Zwang:
denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. 2.
Cor. 9, 6. 7.
Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit
allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt
sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten.
Galat. 6, 6. 7.
Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun
an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Galat.
6, 10.
Es ist ein großer Gewinn, wer gottselig ist und
lässet ihm genügen. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht;
darum offenbar ist, wir werden auch nichts hinausbringen. 1.
Tim. 6, 6, 7.
Den Reichen von dieser Welt gebiete, daß sie
gerne geben, behülflich seien, Schätze sammeln, ihnen selbst
einen guten Grund auf's Zukünftige, daß sie ergreifen das ewige
Leben. 1. Tim. 6, 17. 18. 19.
Gott ist nicht ungerecht, daß er vergesse eures
Werkes und Arbeit der Liebe, die ihr bewiesen habt an seinem Namen, da
ihr den Heiligen dienetet und noch dienet. Hebr.
6, 10,
Wohlzuthun und mitzutheilen, vergesset nicht; denn
solche Opfer gefallen Gott wohl. Hebr. 13,
16.
Wenn Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet
seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet
die Liebe Gottes bei ihm? 1. Joh. 3, 17,
Von deinen Gütern hilf den Armen, und wende dich
nicht von den Armen, so wird dich Gott wieder gnädig ansehen. Tob.
4, 7.
Wo du kannst, da hilf den Dürftigen. Hast du viel,
so gib reichlich; hast du wenig, so gib doch das Wenige mit treuem Herzen.
Denn du wirst sammeln einen rechten Lohn in der Noth. Tob.
4, 8. 9,
Wer sich des Armen erbarmet, der leihet dem Herrn,
der wird ihm wieder Gutes vergelten. Sprüche
19, 17.
Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt, den
wird ber Herr erretten zur bösen Zeit. Psalm
41, 1.
Sage den Kindern Israel, daß sie mir ein Hebopfer
geben; und nehmet dasselbe von Jedermann, der es williglich gibt. 5.
Mose 25, 2.
Du sollst nicht leer vor dem Herrn erscheinen. Ein
Jeglicher nach der Gabe seiner Hand, nach dem Segen, den dir der Herr,
dein Gott, gegeben hat. 5. Mose 16, 16. 17.
Dir gebühret die Majestät und Gewalt, Herrlichkeit,
Sieg und Dank. Denn Alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist Dein.
Dein ist das Reich, und Du bist erhöhet über Alles zum Obersten.
1. Chron. 29, 11.
Denn von Dir ist es Alles gekommen, und von Deiner
Hand haben wir Dir's gegeben. 1. Chron. 29,
14.
¶ Während diese Bibelstellen vorgelesen werden, sollen die Diakonen, Kirchenvorsteher, oder andere geeignete Personen, welche dafür bestimmt sind, die Almosen für die Armen und andere Opfer der Gemeinde in einem schicklichen, vom Kirchspiel dazu angeschafften Becken sammeln und dasselbe dem Priester ehrerbietig überreichen, der es demüthig darbringen und auf den Altar stellen soll.
¶ Und dann soll der Priester so viel Brot und Wein auf den Tisch stellen, als er für genügend erachtet.
¶ Wenn die Almosen und Opfer dargebracht werden, kann ein Choral oder ein Offertoriengesang in den Worten der Heiligen Schrift aber dieses Gebetbuches, nach Anweisung des Geistlichen, gesungen werden.
¶ Dann soll der Priester sprechen:
Christi:
Allmächtiger und ewiger Gott, der Du uns durch Deinen heiligen Apostel gelehret hast, Gebet, Fürbitte und Danksagung zu thun für alle Menschen: wir bitten Dich demüthiglich: (Nimm unsere Almosen und Opfer gnädig an, und*) höre dies unser Gebet, das wir Deiner göttlichen Majestät darbringen. Wir flehen zu Dir: Erfülle immerwährend Deine allgemeine Kirche mit dem Geist der Wahrheit, der Einigkeit und des Friedens; und verleihe, daß Alle, die Deinen Namen bekennen, einmüthig in der Wahrheit Deines heiligen Wortes seien, und in Eintracht und göttlicher Liebe wandeln mögen. Wir bitten Dich ebenfalls, lenke und regiere Du die Herzen aller christlichen Regenten, auf daß sie redlich und ohne Ansehen der Person Recht sprechen, zur Strafe der Bosheit und des Lasters, und zur Erhaltung Deiner wahren Religion und Tugend. Gieb Gnade, o himmlischer Vater, allen Bischöfen und andern Geistlichen, daß sie durch beides, Lehre und Wandel, Dein allein wahres und lebendiges Wort verkündigen und Deine heiligen Sakramente recht und geziemend verwalten mögen. Verleihe Deinen himmlischen Segen Deinem ganzen Volke; insonderheit aber dieser hier versammelten Gemeinde; daß sie allezeit Dein heiliges Wort mit sanftmüthigen Herzen und in gebührender Ehrfurcht hören und annehmen; und Dir wahrhaftig dienen mögen in Heiligkeit und Gerechtigkeit bis an ihr Ende. Auch bitten wir Dich demüthigst, o Herr, daß Du nach Deiner Güte mit Trost und Hilfe erscheinen wollest allen Denen, welche in diesem wandelbaren Leben in Roth, Kümmerniß, Armuth, Krankheit oder anderen Anfechtungen sich befinden. Und wir preisen auch Deinen heiligen Namen für alle Deine Knechte, die in Glauben und Gottesfurcht aus diesem Leben abgeschieden sind; und bitten Dich: Gieb uns Gnade, ihrem Vorbilde also nachzufolgen, daß wir mit ihnen Deines Himmelreiches mögen theilhaftig werden. Das gieb uns, himmlischer Vater, mit unsers einigen Mittlers und Fürsprechers Jesu Christi willen. Amen.
¶
Zur Zeit der Feier des Heiligen Abendmahls soll der Priester die Gemeinde
folgendermaßen vermahnen. Doch kann diese Vermahnung ausgelassen
werden, wenn sie schon einmal an einem Sonntage in demselben Monate gebraucht
worden ist.
¶ Dann soll der Priester zu denen, welche kommen, um das Heilige Abendmahl zu genießen, also sprechen:
Ihr, die ihr aufrichtig und ernstlich eure Sünden bereuet, und in Liebe und Eintracht mit eurem Nächsten Lebt, und entschlossen seid, ein neues Leben zu führen, den Geboten Gottes zu folgen und forthin in Seinen heiligen Wegen zu wandeln: tretet im Glauben herzu, dies heilige Sakrament zu eurem Troste zu empfangen; und in Andacht knieend, bekennet dem allmächtigen Gott demüthiglich eure Sünden.
¶ Dann soll von dem Priester, sowie
von allen denen, welche willens sind, das Heilige Abendmahl zu empfangen,
während sie in Andacht knien, die folgende allgemeine Beichte gethan
werden:
¶
Dann soll der Priester (der Bischof, wenn er gegenwärtig ist) sich
erheben und, der Gemeinde zugewandt, sprechen:
¶ Dann soll der Priester sagen :
Kommet
her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch
erquicken. Matth. 11, 28.
Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen
eingeborenen Sohn gab, auf daß Alle, die an Ihn glauben, nicht verloren
werden, sondern das ewige Leben haben. Joh.
3, 16.
Höret auch, was Sankt Paulus sagt:
Das ist je gewißlich wahr, und eilt theuer, werthes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder selig zu machen. 1. Tim. 1, 15.
Höret auch, was Sankt Johannes sagt:
Ob Jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist; und derselbe ist die Versöhnung für unsere Sünden. 1. Joh. 2, 1. 2.
¶ Darnach soll der Priester fortfahren, indem er spricht:
Erhebet eure Herzen!
Gem.: Wir erheben
sie zum Herrn.
Priester: Lasset
uns danksagen dem Herrn unsern Gott.
Gem.: Das ist würdig
und recht.
¶ Dann wendet sich der Priester dem
Tische des Herrn zu und fährt fort:
Wahrhaftig würdig und recht, und unsere obliegende Pflicht ist es, Dir, Herr (heiliger Vater*), allmächtiger, ewiger Gott, allezeit und allenthalben Dank zu sagen.
¶ Hier wird die der Zeit angemessene Präfation eingeschaltet, falls eine solche besonders verordnet ist; wenn nicht, so soll unmittelbar darauf vom Priester gesprochen oder gesungen werden:
Darum
mit allen Engeln und Erzengeln, und dem ganzen himmlischen Heere loben
wir Deinen herrlichen Namen, immerdar Dich preisend, und sagen:
Heilig, heilig, heilig ist Gott, Priester & Gemeindeder
Herr Zebaoth; Himmel und Erde sind Seiner Ehre voll. Ehre sei Dir, o Herr,
Du Allerhöchster. Amen.
Am Christtag und sieben Tage darnach:
Weil Du uns zu dieser Zeit hast Jesum Christum, Deinen einigen Sohn, lassen geboren werden, der durch Wirkung des Heiligen Geistes wahrer Mensch ward von dem Wesen der Jungfrau Maria, seiner Mutter, und zwar ohne Sünde, damit Er uns von aller Sünde reinige; — darum mit allen Engeln &c.
Auf Ostern und sieben Tage darnach:
Aber über Alles sind wir verbunden, Dich zu preisen für die glorreiche Auferstehung Deines Sohnes Jesu Christi unsres Herrn; denn Er ist das wahre Osterlamm, für uns geopfert, welches hinweggenommen hat die Sünden der Welt; durch Seinen Tod hat Er den Tod zu nichte gemacht, und durch Seine Auferstehung zum Leben uns das ewige Leben wieder gebracht; — darum mit allen Engeln &c.
Auf Himmelfahrt und sieben Tage darnach:
Durch Deinen geliebten Sohn, Jesum Christum unsern Herrn, der nach Seiner glorreichen Auferstehung allen Seinen Aposteln offenbarlich erschienen und vor ihrem Augen aufgefahren ist gen Himmel, uns die Stätte zu bereiten, daß auch wir Ihm nachfahren möchten dahin, wo Er ist, und mit Ihm herrschen in Herrlichkeit; — darum mit allen Engeln &c.
Auf Pfingsten und sechs Tage darnach:
Durch Jesum Christum unsern Herrn; nach dessen wahrhaftigster Verheißung der Heilige Geist am Tage der Pfingsten vom Himmel kam, mit einem plötzlichen Brausen, als eines gewaltigen Windes, und setzte sich in der Gestalt feuriger Zungen auf die Apostel, sie zu lehren und in alle Wahrheit zu leiten; und gab ihnen beides, die Gabe verschiedener Sprachen, und die Freudigkeit mit brünstigem Eifer das Evangelium allen Völkern fort und fort zu predigen; also daß auch wir gebracht worden sind aus Finsterniß und Irrglauben zu dem hellen Lichte und der wahren Erkenntniß Deiner und Deines Sohnes, Jesu Christi; — darum mit allen Engeln &c.
Am Feste der Dreieinigkeit allein mag gesprochen werden:
Der Du ein einiger Gott, ein einiger Herr bist; nicht in Einzelheit der Person, sondern in Dreifaltigkeit eines einigen Wesens. Denn was wir von der Herrlichkeit des Vaters glauben, dasselbe glauben wir auch ohne Unterschied oder Ungleichheit von dem Sohne und dem Heiligen Geiste; — darum mit allen Engeln &c.
¶ Oder dies mag mit Beibehaltung der Worte "Heiliger Vater" im Eingange gesprochen werden:
Für das theure Sterben und Verdienst Deines Sohnes Jesu Christi unsers Herrn und für die Sendung des Heiligen Geistes des Trösters; Beide Eins mit Dir in Deiner ewigem Gottheit; — darum mit allen Engeln &c.
¶ Dann soll der Priester am Tische
des Herrn niederknien und im Namen Aller, welche das Heilige Abendmahl
empfangen wollen, das folgende Gebet sprechen:
¶ Wenn
der Priester, am Tische stehend, Brod und Wein so hergerichtet hat,
daß er unbehindert und in würdiger
Weise das Brot vor der Gemeinde brechen und den Kelch in die Hände
nehmen kann, so soll er das folgende Consekrations-Gebet sprechen:
Die
Oblation. |
| Die Invokation. |
¶ Hier mag ein Choral gesungen werden.
¶ Dann soll der Priester zuerst das
Heilige Sakrament in beiderlei Gestalt selbst nehmen, und darnach dasselbe
den etwa anwesenden Bischöfen, Priestern und Diakonen reichen, und
hierauf es der Gemeinde in geordneter Reihenfolge austheilen, indem er
es Jedem in seine Hand giebt, wobei Alle in Andacht knien. Und bei Darreichung
des Brotes soll er sprechen:
¶ Und der Geistliche, welcher den Kelch reicht, soll sprechen:
Das Blut unsres Herrn Jesu Christi, für Dich vergossen, bewahre Dir Leib und Seele zum ewigen Leben. Solches trinke zum Gedächtniß, daß Christi Blut für Dich vergossen ward, und sei dankbar.
¶ Wenn das konsekrirte Brod oder der konsekrirte Wein zu Ende gehen, bevor Alle communicirt haben, so soll der Priester in der vorgeschriebenen Form mehr konsekriren, beginnend mit den Worten: „Lob, Preis und Ehre sei Dir, Allmächtiger Gott,” und endend mit den Worten: „Seines gebenedeieten Leibes und Blutes mögen theilhaftig werden.”
¶ Nachdem Alle communicirt haben, soll der Geistliche zu dem Tische des Herrn zurückkehren und ehrerbietig darauf hinstellen, was von den konsekrirten Elementen übrig ist, und dasselbe mit einem reinen Leintuche bedecken.
¶ Dann soll der Geistliche das Vater
Unser beten, indem die Gemeinde jede Bitte nachspricht.
¶ Darnach soll wie folgt gesprochen
werden.
¶ Hierauf soll, indem sich alle erheben, das Gloria in Excelsis oder ein passender Choral gelesen oder gesungen werden.
Ehre
sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erben, und den Menschen ein
Wohlgefallen.
Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten dich
an, wir preisen Dich, wir sagen Dir Dank um Deiner großen Ehre willen,
o Herr Gott, himmlischer König, Gott allmächtiger Vater.
O Herr, eingeborener Sohn Jesu Christe; o Herr Gott,
Lamm Gottes, Sohn des Vaters, der Du hinnimmst die Sünd' der Welt,
erbarm Dich unser; der Du hinnimmst die Sünd' der Welt, erbarm Dich
unser; der Du hinnimmst die Sünd' der Welt, nimm an unser Gebet;
der Du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarm Dich unser.
Denn Du allein bist heilig, Du bist allein der Herr,
Du bist allein der Höchste, o Christus, mit dem Heiligen Geiste,
in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen.
¶ Dann soll der Priester (der Bischof,
wenn er gegenwärtig ist,) die Gemeinde mit diesem Segen entlassen:
¶ Collekten, welche der Geistliche seinem Ermessen nach am Ende des Morgen- oder Abend-Gebetes, oder der Communion gebrauchen kann.
Stehe uns gnädiglich bei, o Herr, in unsrem Flehen und Gebet, und leite den Weg Deiner Diener zur Erlangung des ewigen Heiles; daß unter allem Wandel und Zufall dieses vergänglichen Lebens dieselben immerdar durch Deine gnädige und allzeit bereite Hilfe mögen beschirmet werden; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.
Verleihe uns, wir bitten Dich, allmächtiger Gott, daß das Wort, welches wir heute mit unsern leiblichen Ohren gehört haben, durch Deine Gnade in unserm Herzen solche Wurzel fassen möge, daß es in uns die Früchte eines gottseligen Lebens hervorbringe, zur Ehre und zum Preise Deines Namens; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.
Leite uns, o Herr, in allen unsrem Vornehmen mit Deiner huldreichen Gnade, und fördre uns durch Deine beständige Hilfe, daß in allen Werken, welche wir mit Dir beginnen, fortführen und vollbringen, wir Deinen heiligen Namen verherrlichen, und endlich durch Deine Barmherzigkeit das ewige Leben ererben; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.
Allmächtiger Gott, Du Brunnquell aller Weisheit, der Du weißt, was wir bedürfen, ehe denn wir bitten, und kennest unsre Unwissenheit im Bitten: Wir flehen zu Dir, habe Mitleid mit unsrer Schwachheit; und was durch unsre Blindheit wir nicht verstehen, und wir um unsrer Unwürdigkeit willen uns nicht unterminden mögen zu bitten, das gieb uns in Gnaden; durch das Verdienst Deines Sohnes Jesu Christi unsres Herrn. Amen.
Allmächtiger Gott, der Du verheißen hast, uns zu erhören, so wir Dich um etwas bitten in Deines Sohnes Namen: Wir flehen Dich an, neige gnädiglich Dein Ohr zu uns, die wir jetzt mit Gebeten und Bitten zu Dir gekommen sind ; und laß uns Alles, was wir nach Deinem Willen im Glauben erbeten haben, auch wirksam erlangen zur Linderung unsrer Noth, und Dir zu Preis und Ehren; durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen.
¶ An Sonn- und Feiertagen (auch wenn keine Predigt oder Communion stattfindet) soll alles, was zur Communion verordnet ist, bis zum Ende des Evangeliums gesprochen werden, indem mit dem Segen geschlossen wird.
¶ Und wenn von dem konsekrirten Brot und Wein nach der Communion noch etwas übergeblieben ist, so soll es nicht aus der Kirche getragen werden, sondern dasselbe soll gleich nach dem Segen, von dem Geistlichen und anderen Communikanten, ehrerbietig gegessen und getrunken werden.
¶
Wenn der Geistliche die Feier des heiligen Abendmahls ankündigt (was
allemal an dem zunächst vorhergehenden Sonn- oder Feiertage geschehen
muß), so soll er diese nachstehende Vermahnung ganz, oder, nach
Gutdünken, theilweise verlesen:
Zu dem Ende sollt ihr erstens euer Leben und Wandel prüfen nach dem Maße der Gebote Gottes, und wo ihr findet, daß ihr gesündigt habt, in Gedanken, Worten oder Werken, Leid tragen über eure Sündhaftigkeit und dem allmächtigen Gott eure Schuld bekennen, mit dem ernsten Vorsatze euer Leben zu bessern. Und wo ihr deß inne werdet, daß ihr euch nicht nur wider Gott versündigt habt, sondern auch wider euren Nächsten, sollt ihr euch mit demselben versöhnen, und bereit sein, Ersatz und Genugthuung zu leisten, so Weit ihr irgend vermögt, für allen Schaden und Unrecht, so ihr irgend Jemandem zugefügt, und gleichermaßen bereit, Andern zu vergeben, die sich wider euch versündigt haben, wie ihr Vergebung eurem Versündigungen von Gott begehret. Denn so ihr andren Sinnes dies heilige Sakrament empfahet, wirket dasselbe nichts andres als eure desto größere Verdammniß. Darum: ist etwa unter euch ein Gotteslästerer oder ein Widersacher oder Schmäher seines Wortes, ein Ehebrecher, oder lebt einer in Bosheit, oder Neid oder sonst einem schweren Verbrechen: der thue Buße über seine Sünden, oder nahe sich nicht diesem heiligen Tische.
Und weil Niemand zum heiligen Abendmahle kommen soll, außer im vollen Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und mit einem ruhigen Gewissen; so möge, wer etwa sein Gewissem hiebei nicht beruhigen kann, sondern weiterem Rathes und Trostes bedarf, zu mir oder zu sonst einem Diener des göttlichen Wortes kommen, und seine Bekümmerniß ansagen, damit er solchen Rath und Weisung empfange, als ihm zur Stillung seines Gewissens und zur Entledigung von allen Bedenken und Zweifeln dienlich sein mag.
¶ Wo aber die Gemeinde lässig ist in der Theilnahme am heiligen Abendmahl, soll der Geistliche statt der vorstehenden die folgende Vermahnung gebrauchen:
Geliebte
in Christo! Am nächsten Tage gedenke ich, durch Gottes Gnade, des
Herrn Mahl zu feiern: wozu ich in Gottes Namen euch alle einlade; und
ermahne euch, um des Herrn Jesu Christi willen, daß ihr euch nicht
weigert zu kommen, nachdem Gott selbst euch so liebreich berufen und
geladen hat. Ihr wisset, was für ein betrübtes und unfreundlich
Ding es ist, wenn Jemand ein reiches Fest bereitet und seinen Tisch
mit Speise und Trank und allem Guten bedeckt hat, und es fehlt an Nichts
als daß
die Gäste Sich zu Tische setzen; aber die so geladen sind, weigern
sich dessen aus keiner andern Ursach, denn aus großem Undank,
Wer unter euch, so ihm solches geschähe, würde nicht darob
erregt werden? Wer würde nicht meinen, daß ihm ein groß Unrecht
und Schade widerfahren sei? Sehet denn wohl zu, meine Geliebtesten
in Christo, daß ihr nicht, wo ihr euch von diesem heiligen Mahle
entziehet, Gottes Zorn wider euch erreget. Es ist wohl leicht gesagt:
Ich mag zur Communion nicht kommen, dieweil ich durch weltliche Geschäfte
behindert bin. Aber solche Entschuldigung ist nicht so leicht annehmbar
bei Gott. Spricht Jemand: Ich bin ein großer Sünder, und
darum fürchte
ich mich zu kommen; warum bekehrst du dich denn nicht und thuest Buße?
Wenn Gott euch ruft, schämt ihr euch dann nicht zu sagen, ihr wollet
nicht kommen? Wo ihr zu Gott zurückkehren solltet, wollet ihr
euch entschuldigen und sagen, daß ihr nicht bereit seiet? Erwäget
ernstlich, wie wenig solch eitle Entschuldigungen vor Gott gelten.
Diejenigen, welche Sich des Abendmahls im Evangelio weigerten, weil
sie einen Acker gekauft hatten, oder hingingen ihr Joch Ochsen zu
besehen, oder weil sie ein Weib genommen hatten, wurden nicht so leicht
entschuldigt, sondern vielmehr unwerth erachtet des himmlischen Mahles.
Darum kraft meines Amtes lade ich euch in Gottes Namen, rufe euch
an Christi Statt, ermahne euch bei eurer Seelen Seligkeit, daß ihr
an diesem heiligen Abendmahle Theil nehmet. Denn, wie der Sohn Gottes
sich herbeigelassen, Seine Seele im Kreuzestode für euer Heil
dahinzugeben, so seid ihr auch verbunden, das Sakrament zum Gedächtniß Seines
Opfertodes zu empfangen, wie Er selbst befohlen hat; wo ihr aber solches
zu thun versäumet,
so erwäget bei euch selbst, wie großes Unrecht wider Gott
ihr begehet, und wie schwere Strafe deswegen über euren Häupten
hanget, weil ihr euch muthwillig vom Tische des Herrn enthaltet und
von den Brüdern abgesondert, die da kommen, des Festmahles und
der himmlischen Speise zu genießen.
So ihr diese Dinge ernstlich erwäget, werdet ihr durch Gottes Gnade
zu einem bessern Vorsatze zurückkehren. Und daß Solches geschehe,
werden wir nicht aufhören, den allmächtigen Gott, unsern
himmlischen Vater, in demüthigem Flehen anzurufen.

